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Frici goes politics – Politisches Gespräch mit Herrn Christian Zwanziger

Die 10. Klassen hatten am 16. und 23. März sowie am 4. Mai 2022 die Gelegenheit, einem Politiker „auf den Zahn zu fühlen“. Christian Zwanziger, Mitglieder der Partei Bündnis 90 / Die Grünen und Mitglied des Bayrischen Landtags, stellte sich an diesen Tagen den Fragen der Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen:

Warum sind Sie in die Politik gegangen? Warum zu den Grünen? Warum haben Sie in den letzten zwei Jahren an Ihre Partei 34.000 Euro gespendet? Finden Sie die Diäten für Abgeordnete angemessen? Wie stehen Sie zu Waffenlieferungen an die Ukraine und zur Aufrüstung Deutschlands? Für welches Schulsystem sind sie und sollte man es bundesweit vereinheitlichen? Was sind die effizientestes Maßnahmen gegen den Klimawandel und was können Sie als „grüner“ Politiker dazu beitragen? Sind Sie für die Legalisierung von Cannabis? Wie stehen Sie zum Wählen mit 16? Was kann man unternehmen gegen Gender Pay Gap? Wie kann man Alltagsrassismus und Diskriminierung begegnen? …. Zahlreiche weitere Themenkomplexe und Fragen wurden behandelt und die Zeit reichte bei keiner der Gesprächsrunden aus.

Die Schülerinnen und Schüler waren sehr interessiert, brachten ihre Anliegen vor, argumentierten und diskutierten mit Herrn Zwanziger, der bereitwillig und angeregt Rede und Antwort stand. Man merkte, dass ihm der Austausch mit den Schülerinnen und Schülern grundsätzlich wichtig ist, er den zukünftigen Wählerinnen und Wählern auf Augenhöhe begegnet und es ihm ein Anliegen ist, Politik verständlich, präsent und greifbar zu machen. Lohnenswert für alle Seiten war dieses Treffen sicherlich – zumal Herr Zwanziger jedes Mal mit Schokolade ausgestattet das Schulhaus verlassen hat!

Text & Fotos: Andrea Wiesner-Krotter

Jugendwahl am Gymnasium Fridericianum

Die neue Regierungskoalition, das sogenannte „Ampel“-Bündnis, besteht nun also schon seit dem 8. Dezember 2021. Doch was hätten die Schülerinnen und Schüler des GFE gewählt? Welche Partei hätte bei uns die Nase vorn gehabt?

Das „Projekt Politik“-Team der SMV wollte den Schülerinnen und Schülern des GFE noch die Möglichkeit geben, schulintern zu wählen. Deshalb fand am 17. Dezember 2021 die schulinterne Jugendwahl statt. Dabei beschränkte sich das „Projekt Politik“-Team darauf, die Wahlprogramme von CDU/CSU, FDP, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und der AfD vorzustellen. Auch mithilfe des Wahl-O-Mats und durch von dem Projekt-Team entworfene Übersichten zu verschiedenen Schwerpunktthemen wie Corona-Politik, Klima, Europa sowie durch Videos zu den Parteien konnten sich die jugendlichen Wählerinnen und Wähler informieren. Freundlicherweise unterstützte das Café Krempl die Jugendwahl am GFE noch mit Wahlprogrammen und Plakaten der Parteien. Herr Akdağ und Frau Wiesner-Krotter standen beratend zur Seite.

Und so wählten unsere Schülerinnen und Schüler der 8. bis 12. Klassen:

Mit 84 % war die Wahlbeteiligung sehr hoch. Bündnis 90/Die Grünen errangen mit 51 % der Stimmen die absolute Mehrheit. Am GFE hätte die neue Bundeskanzlerin also wohl Annalena Baerbock geheißen!

Text: „Projekt-Politik“-Team, Andrea-Wiesner-Krotter & Murat Akdağ, Fotos: Sedra Habash & Johannes Seidel (beide 10b)

Niemals vergessen! – Gedenkfeier zur Reichspogromnacht

Am 7. November 2021 fand auf dem Jüdischen Friedhof in Erlangen die Gedenkveranstaltung für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus statt. Unsere Schule, das Gymnasium Fridericianum, beteiligte sich zusammen mit der jüdischen Gemeinde und der Stadt Erlangen daran. 17 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen und der Q11, die sich freiwillig dafür gemeldet hatten, sowie drei Lehrerinnen lasen die Namen der Opfer und Gebete aus der Tora und dem Alten Testament vor. Es wurden Kerzen entzündet und für jede Tote und jeden Toten ein Stein gelegt. Herr Bürgermeister Volleth, Frau Limburg-Klaus, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Erlangen, und Frau Pfarrerin Gillmann, Vertreterin der christlichen Kirchen, sprachen erinnernde Worte. Ein bewegendes Gebet sang Yonatan Amrani, der Kantor der jüdischen Gemeinde.

Frau Limburg-Klaus hatte eine Botschaft an unsere Schülerinnen und Schüler: „Lasst euch nicht vorschreiben, wen ihr lieben dürft!“. Mahnend sprach sie die Kontinuitäten und das Wiederaufflammen antisemitischer Haltungen und Vorfälle in unserer Zeit an, verbunden mit der Bitte, sich offen und aktiv dagegen zu positionieren.

Text: Andrea Wiesner-Krotter, Foto: Silke Hebecker

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Zeitzeugengespräch mit Mario Röllig zur Geschichte der DDR

Wenn du wegen eines Beckenbauer-T-Shirt vor deiner Klasse bloßgestellt wirst …

Am 18.6.2018 war Mario Röllig zu Gast im Gymnasium Fridericianum Erlangen. Als Zeitzeuge erzählte er den 10. Klassen aus seinem Leben unter dem Thema:  „ Meine Erfahrungen in der DDR – Politische Verfolgung in der SED-Diktatur“. 
In einem eindrucksvollen, bewegenden, manchmal auch humorigen und tiefe private Einblicke gewährenden Vortrag veranschaulichte er die Geschichte der DDR, die die Schüler bereits aus dem Geschichtsunterricht kannten. Durch Schilderungen aus seiner Schulzeit konnte man sehr leicht Vergleiche zum eigenen Leben herstellen und war oftmals schockiert, was Kindheit in der DDR bedeutete: Als er  z.B. bei einem Fahnenappell in der 1. Klasse  als begeisterter Fußballfan – zu dem Zeitpunkt fand die Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik Deutschland statt – ein Beckenbauer-T-Shirt trug, wurde er deswegen von seinen Lehrern vor der ganzen Klasse und Schule als Unterstützer des Klassenfeinds bloßgestellt. Auch die Schulsportdisziplin „Handgranatenweitwurf“ oder das Unterrichtsfach „Wehrkunde“  sorgten für Irritation unter den Zuhörern. 
Mario Röllig schilderte weiterhin eindrucksvoll, was ihn dazu brachte, 1987 einen Fluchtversuch aus der DDR zu wagen. Dieser scheiterte aber und er wurde im „Stasi-Gefängnis“ Berlin-Hohenschönhausen inhaftiert. Die Haftbedingung und das systematische Zermürben der Gefangenen erklärte er sehr deutlich und zeigte so die menschenverachtenden Methoden des SED-Regimes auf. Im März 1988 wurde er gegen westdeutsche Devisen ausgebürgert und durfte die DDR verlassen, was er als seinen zweiten Geburtstag bezeichnete. Auch der juristische und moralische Umgang mit den damaligen Tätern, die oft straffrei ausgingen, blieb nicht unerwähnt und interessierte die Zuhörer auch in der abschließenden Diskussionsrunde. 
Besonders am Herzen lag Herrn Röllig der Hinweis darauf, dass er 1988 ein Flüchtling war und in der damaligen Bundesrepublik Deutschland eine offene Aufnahme und eine Chance bekommen hat, wofür er extrem dankbar und glücklich war und ist. Er gab zu bedenken, dass sich auch heute viele Menschen diese Chance wünschten.
Dieses Zeitzeugengespräch war ungemein interessant und packend und leistete nicht zuletzt einen großen Beitrag zur Politischen Bildung an unserer Schule. 

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